Anlass
Die französische 20-Francs-Goldmünze mit Cereskopf wurde von 1849 bis 1851 während der Zweiten Französischen Republik geprägt. Nach der Februarrevolution von 1848 musste König Louis-Philippe I. abdanken. Frankreich wurde erneut eine Republik. Auf den neuen Goldmünzen ersetzte Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, das bisherige Königsporträt.
Die Zweite Republik bestand von 1848 bis 1852. Im Dezember 1848 wurde Louis-Napoléon Bonaparte zum Präsidenten gewählt. Nach seinem Staatsstreich von 1851 ließ er sich 1852 als Napoleon III. zum Kaiser ausrufen. Die 20 Francs Gold mit Cereskopf erinnern damit an eine kurze und politisch bewegte Epoche der französischen Geschichte.
Motiv
Die Vorderseite zeigt den Cereskopf im rechten Seitenprofil. Die Göttin besitzt eine gerade Nase, geschlossene Lippen und gewelltes Haar, das am Hinterkopf zusammengebunden ist. Auf dem Kopf trägt sie einen Kranz aus Getreideähren. Die einzelnen Ähren und Halme sind im Münzrelief ausgearbeitet. Sie stehen für Landwirtschaft, Fruchtbarkeit und eine gute Ernte.
Hinter dem Kopf befindet sich ein römisches Rutenbündel, auch Fasces genannt. Darüber ist eine Hand als Zeichen der Gerechtigkeit dargestellt. Ein sechszackiger Stern ergänzt die Gestaltung. Die Umschrift lautet „REPUBLIQUE FRANÇAISE“, auf Deutsch „Französische Republik“. Unter dem Hals steht die Signatur „L. MERLEY F.“ des Medailleurs Louis Merley.
Auf der Rückseite befindet sich der Nennwert „20 FRANCS“ innerhalb eines Kranzes aus Lorbeer- und Eichenzweigen. Die schmalen Lorbeerblätter wachsen links nach oben, während rechts die größeren, gelappten Eichenblätter zu sehen sind. Unterhalb des Nennwerts stehen das Münzzeichen „A“ für Paris und das jeweilige Prägejahr.
Die Umschrift „LIBERTE EGALITE FRATERNITE“ bedeutet „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Dieser Wahlspruch geht auf die Französische Revolution zurück. Auf dem Münzrand steht „DIEU PROTEGE LA FRANCE“, übersetzt „Gott beschütze Frankreich“.
Details
Die französischen 20 Francs Gold mit Cereskopf wurden von 1849 bis 1851 in Paris geprägt. Sie bestehen aus 900/1000 Gold, wiegen 6,45 Gramm und enthalten rund 5,81 Gramm Feingold. Ihr Durchmesser beträgt 21 Millimeter. Der Entwurf stammt von Louis Merley. Im Standardkatalog ist die Goldmünze unter der Nummer KM 762 verzeichnet.
Die französischen 20-Francs-Goldmünzen dienten später als Vorbild für die einheitlichen Goldstandards der Lateinischen Münzunion von 1865. Auch Goldmünzen zu 20 Lire aus Italien und 20 Francs aus Belgien und der Schweiz wurden nach vergleichbaren Vorgaben geprägt.
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Auflage
Die Prägezahlen der 20-Francs-Goldmünzen mit Cereskopf unterscheiden sich je nach Jahrgang. Insgesamt wurden von 1849 bis 1851 rund 16,7 Millionen Exemplare geprägt.
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