Anlass
Die italienische 20-Lire-Goldmünze mit Vittorio Emanuele II. stammt aus den ersten Jahren des vereinten Königreichs Italien. Am 17. März 1861 wurde Vittorio Emanuele II. zum ersten König Italiens erklärt. Damit erreichte die italienische Einigungsbewegung, das sogenannte Risorgimento, einen wichtigen Meilenstein. Die Goldmünzen seiner Regierungszeit von 1861 bis 1878 erinnern an diese Epoche und zeigen das Porträt des ersten italienischen Königs.
Vor der Einigung bestand Italien aus mehreren Königreichen, Herzogtümern und anderen Staaten mit eigenen Herrschern und teilweise unterschiedlichen Währungen. Vittorio Emanuele II. aus dem Haus Savoyen spielte gemeinsam mit Politikern und Freiheitskämpfern wie Camillo Benso di Cavour und Giuseppe Garibaldi eine entscheidende Rolle bei der Vereinigung. Rom wurde 1870 in das Königreich eingegliedert und 1871 zur Hauptstadt.
Die 20-Lire-Goldmünzen wurden nach den damals üblichen europäischen Münzstandards geprägt. Italien gehörte 1865 zu den Gründungsmitgliedern der Lateinischen Münzunion, die gemeinsame Vorgaben für Gewicht und Feingehalt bestimmter Gold- und Silbermünzen festlegte. Dadurch entsprachen die italienischen 20 Lire in ihren Goldwerten den französischen 20 Francs und anderen Goldmünzen dieses Währungssystems.
Motiv
Die Vorderseite zeigt König Vittorio Emanuele II. im linken Seitenprofil. Sein Kopf nimmt den größten Teil der Münzfläche ein. Der König trägt einen kräftigen Schnurrbart, der seitlich nach oben geschwungen ist, und einen langen, schmal zulaufenden Kinnbart. Seine Haare sind nach hinten gekämmt und fallen in mehreren gewellten Strähnen bis über die Ohren. Das Porträt zeigt ihn ohne Krone und mit freiem Halsansatz.
Um das Königsporträt verläuft die Inschrift „VITTORIO EMANUELE II“. Unterhalb des Halses befindet sich die kleine Signatur „FERRARIS“ des italienischen Medailleurs Giuseppe Ferraris. Am unteren Münzrand steht das jeweilige Prägejahr.
Die Rückseite trägt das gekrönte Wappen des Hauses Savoyen. Im Mittelpunkt befindet sich ein großer Schild mit einem Kreuz. Über dem Schild sitzt eine reich verzierte Königskrone mit geschwungenen Bügeln und einem kleinen Kreuz auf der Spitze. Um den Schild verläuft die Ordenskette des Annunziaten-Ordens, einer bedeutenden Auszeichnung des Hauses Savoyen.
Links und rechts des Wappens steigen zwei Lorbeerzweige empor. Ihre schmalen Blätter sind einzeln ausgearbeitet und am unteren Ende zusammengebunden. Die Umschrift lautet „REGNO D'ITALIA“, auf Deutsch „Königreich Italien“. Unterhalb des Wappens steht die Wertangabe „L. 20“. Daneben befinden sich je nach Ausgabe das Münzzeichen der Prägestätte und weitere kleine Kennzeichen.
Details
Die italienische 20-Lire-Goldmünze besteht aus 900/1000 Gold und besitzt ein Gesamtgewicht von 6,45 Gramm. Sie enthält rund 5,81 Gramm Feingold und hat einen Durchmesser von 21 Millimetern. Die übrigen zehn Prozent der Legierung bestehen aus Kupfer, das dem Gold eine höhere Widerstandsfähigkeit für den damaligen Zahlungsverkehr verleiht.
Während der Regierungszeit Vittorio Emanueles II. entstanden die 20-Lire-Goldmünzen in verschiedenen italienischen Prägestätten. Zu erkennen sind diese an den Münzzeichen T für Turin, M für Mailand und R für Rom. Jahrgang und Prägestätte können den Sammlerwert beeinflussen, da sich die damaligen Prägezahlen teilweise erheblich unterscheiden.
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Auflage
Die Prägezahlen der italienischen 20-Lire-Goldmünzen von Vittorio Emanuele II. unterscheiden sich je nach Jahrgang und Prägestätte deutlich. Während beispielsweise 1865 in Turin mehr als drei Millionen Exemplare geprägt wurden, entstanden von einzelnen anderen Ausgaben nur wenige Tausend Münzen.
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