Numismatische Silbermünzen aus dem Deutschen Kaiserreich 1871–1918

Silbermünzen Deutsches Kaiserreich kaufen – 1871 bis 1918
Mit der Reichsgründung 1871 erhielt Deutschland erstmals eine gemeinsame Währung: die Mark löste die zuvor in den einzelnen Staaten gültigen Taler und Gulden ab. Das Reichsmünzgesetz vom 9. Juli 1873 regelte die Ausgabe der Silbermünzen und legte fest, dass die Bildseite ausschließlich den jeweiligen Landesherrn zeigen durfte – mit einer Ausnahme: Die freien Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck prägten stattdessen ihr Stadtwappen, da sie keinen Monarchen hatten.
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Die drei Nominale: 2, 3 und 5 Mark
Geprägt wurden Silbermünzen des Kaiserreichs in drei Nennwerten, alle mit einem Feingehalt von 900/1000. Die 2-Mark-Münze, eingeführt 1873, wiegt 11,11 Gramm bei einem Durchmesser von 28 mm. Die 5-Mark-Münze bringt es auf 27,78 Gramm. Die 3-Mark-Münze kam erst 1908 im Zuge einer Münzreform hinzu und wiegt 16,67 Gramm bei 33 mm Durchmesser – sie ist damit die jüngste der drei Stückelungen und in den frühen Jahrgängen entsprechend seltener.
Die Rückseite war bei allen Bundesstaaten einheitlich gestaltet: der gekrönte Reichsadler, umgeben von der Währungsangabe und dem Prägejahr. Diese Einheitlichkeit auf der einen und die unterschiedlichen Landesherren auf der anderen Seite machen die Sammelfreude bis heute aus – jede Münze ist gleichzeitig Reichsmünze und Zeugnis eines einzelnen deutschen Bundesstaats.
25 Bundesstaaten, 10 Prägestätten
Insgesamt durften 25 deutsche Bundesstaaten eigene Silbermünzen mit ihrem Landesherrn prägen lassen – von großen Königreichen wie Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg bis zu kleinen Fürstentümern wie Schwarzburg-Sondershausen oder Schaumburg-Lippe. Hergestellt wurden die Münzen in zehn Prägestätten, erkennbar an einem Buchstaben im Münzbild: A für Berlin, B für Hannover, C für Frankfurt, D für München, E für Dresden beziehungsweise Muldenhütten, F für Stuttgart, G für Karlsruhe, H für Darmstadt und J für Hamburg.
Für den Sammlerwert ist diese Vielfalt entscheidend: Münzen aus großen Staaten wie Preußen oder Bayern wurden oft in Millionenauflage geprägt und sind entsprechend erschwinglich. Münzen kleinerer Staaten erschienen dagegen häufig nur in einem einzigen Jahrgang mit Auflagen im niedrigen Tausenderbereich – das bekannteste Beispiel ist die 3-Mark-Münze "Friedrich der Weise" aus Sachsen mit einer Auflage von nur 100 Exemplaren, von denen die Hälfte später eingeschmolzen wurde.
Gedenkprägungen und besondere Anlässe
Neben den regulären Jahrgängen mit dem Porträt des amtierenden Landesherrn prägten mehrere Bundesstaaten Gedenkmünzen zu besonderen Anlässen – etwa zu Regierungsjubiläen, goldenen Hochzeiten oder zum Gedenken an historische Ereignisse wie die Völkerschlacht bei Leipzig, deren hundertjähriges Jubiläum 1913 in Sachsen mit einer eigenen 3-Mark-Münze gewürdigt wurde. Solche Anlassmünzen erschienen meist in deutlich geringerer Auflage als die regulären Jahrgänge und sind bei Sammlern entsprechend gefragt.
Häufige Jahrgänge als günstige Silberanlage
Neben dem klassischen Sammlerinteresse hat sich für bestimmte Kaiserreich-Silbermünzen ein zweiter Markt etabliert: Münzen aus großen Bundesstaaten mit hoher Auflage, etwa gängige 2- und 3-Mark-Jahrgänge aus Preußen oder Bayern, werden mittlerweile vielfach dicht am reinen Silberwert gehandelt. Besonders die jüngste Silber-Hausse hat dazu beigetragen, dass diese eigentlich numismatischen Münzen verstärkt in der allgemeinen Silbermünzen-Kategorie auftauchen, wo sonst überwiegend moderne Anlageserien wie Maple Leaf oder Krügerrand verortet sind.
Für Käufer bedeutet das einen interessanten Mittelweg: Der Aufschlag auf den Silberwert fällt bei diesen häufigen Jahrgängen oft niedriger aus als bei reinen Bullionmünzen, während gleichzeitig ein historisches Sammlerstück mit über 100-jähriger Geschichte im Depot landet. Wer gezielt nach seltenen Einzelausgaben sucht, sollte sich dagegen weiterhin an Auflagenhöhe, Bundesstaat und Erhaltungsgrad orientieren – dort bestimmt nicht der Silberwert, sondern die Seltenheit den Preis.
Was den Wert einer Kaiserreich-Silbermünze bestimmt
Für die Einordnung und Bewertung greifen Sammler auf die sogenannte Jägernummer zurück, benannt nach dem Numismatiker Kurt Jäger, der das Standardkatalogsystem für diese Münzen entwickelte. Maßgeblich für den Sammlerwert sind vor allem vier Faktoren: der ausgebende Bundesstaat, der Jahrgang, die Auflagenhöhe und der Erhaltungsgrad. Eine Münze aus einem kleinen Staat mit niedriger Auflage kann dabei ein Vielfaches einer ansonsten gleichwertigen Münze aus einem großen Staat wert sein.
Sie fragen – wir antworten
Welchen Feingehalt haben Kaiserreich-Silbermünzen?
Durchgängig 900/1000 – deutlich niedriger als der Feingehalt moderner Anlagemünzen wie Maple Leaf oder Krügerrand, die meist 999/1000 oder höher aufweisen.
Warum gibt es so viele unterschiedliche Münzen aus dieser Zeit?
Weil 25 Bundesstaaten parallel eigene Münzen mit ihrem jeweiligen Landesherrn prägen durften, bei einheitlicher Rückseite mit dem Reichsadler. Erst die einzelne Vorderseite macht jede Münze einem bestimmten Staat zuordenbar.
Was ist eine Jägernummer?
Ein Katalogisierungssystem nach dem Numismatiker Kurt Jäger, mit dem sich jede Kaiserreich-Münze eindeutig identifizieren lässt – vergleichbar mit einer Artikelnummer im Sammlermarkt.
Warum sind manche Kaiserreich-Münzen deutlich teurer als andere?
Entscheidend sind Auflagenhöhe und Bundesstaat. Münzen kleiner Staaten mit geringer Auflage, oft nur ein einziger Jahrgang, erzielen deutlich höhere Sammlerpreise als Massenprägungen großer Staaten wie Preußen.
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