3-Mark-Silbermünzen aus dem Deutschen Kaiserreich
3 Mark Silbermünzen Kaiserreich kaufen – 1908 bis 1918
Die 3-Mark-Münze ist das jüngste der drei Kaiserreich-Nominale und entstand aus einem ungewöhnlichen Anlass: Als der traditionsreiche Taler 1907 für ungültig erklärt wurde, fehlte der Bevölkerung eine vertraute, etwas größere Silbermünze neben den bestehenden 2- und 5-Mark-Stücken. 1908 führte Kaiser Wilhelm II. deshalb das 3-Mark-Stück als bewussten Ersatz ein – mit nahezu denselben Maßen wie der alte Taler: 33 mm Durchmesser, 2,25 mm Dicke und 16,667 Gramm Gewicht bei einem Feingehalt von 900/1000 (entspricht 15 Gramm Feinsilber).
Eine Übersicht der beiden anderen Nominale finden Sie in den Kategorien 2 Mark und 5 Mark, einen historischen Gesamtüberblick in der Kategorie Silbermünzen Deutsches Kaiserreich.
Vom Taler zur Scheidemünze: ein rechtlicher Unterschied
Trotz der äußerlichen Ähnlichkeit zum Taler gab es einen entscheidenden rechtlichen Unterschied: Während der Taler als sogenannte Kurantmünze unbegrenzt als Zahlungsmittel galt, war die 3-Mark-Münze eine Scheidemünze mit eingeschränkter Zahlungskraft. Auch die Randschrift übernahm man zunächst vom Taler – "GOTT MIT UNS" –, allerdings nur bis 1912; spätere Jahrgänge erschienen ohne Randschrift. Am 20. April 1920, nach dem Ende des Kaiserreichs, wurde die 3-Mark-Münze schließlich offiziell außer Kurs gesetzt.
Mehr Gestaltungsfreiheit ab 1909 – warum es bei 3 Mark so viele Gedenkmünzen gibt
Ein Jahr nach Einführung der 3-Mark-Münze lockerte das Münzgesetz vom 1. Juni 1909 die strengen Gestaltungsregeln von 1873 erheblich: Gedenkmünzen durften nun auch andere Motive als das Standardporträt zeigen, der zuvor vorgeschriebene Perlkreis entfiel, und selbst die Wertseite durfte abweichend gestaltet werden. Diese neue Freiheit erklärt, warum bei keinem anderen Nominal so viele besondere Gedenkausgaben existieren wie bei 3 Mark – etwa zu Universitätsjubiläen wie der Berliner und Breslauer Hundertjahrfeier, zu Regierungsjubiläen oder zum Gedenken an die Befreiungskriege.
Seltene Kriegsjahrgänge als numismatisches Highlight
Gegen Ende des Ersten Weltkriegs sanken die Auflagen einzelner Gedenkmünzen drastisch. Die sächsische 3-Mark-Gedenkmünze zum 400-jährigen Reformationsjubiläum 1917 entstand in nur 100 Exemplaren, Regierungsjubiläums-Ausgaben aus Hessen (1917) und Bayern (1918) sogar in nur wenigen Einzelstücken. Diese Kriegsjahrgänge zählen heute zu den begehrtesten und teuersten Stücken des gesamten Kaiserreich-Sammelgebiets.
Sie fragen – wir antworten
Seit wann gibt es die 3-Mark-Silbermünze?
Seit 1908, als Ersatz für den im Jahr zuvor ungültig erklärten Taler. Sie ist damit das jüngste der drei Kaiserreich-Nominale.
Welchen Feingehalt und welches Gewicht hat die 3-Mark-Münze?
900/1000 Feinsilber bei 16,667 Gramm Gesamtgewicht (15 Gramm Feinsilber), 33 mm Durchmesser – nahezu identisch zum historischen Taler.
Warum gibt es bei 3 Mark so viele Gedenkmünzen?
Das Münzgesetz von 1909 lockerte die Gestaltungsregeln deutlich und erlaubte erstmals freiere Motive auf Gedenkmünzen. In der Folge erschienen zahlreiche Sonderausgaben zu Jubiläen und historischen Ereignissen.
Welche 3-Mark-Jahrgänge sind besonders selten?
Kriegsbedingte Gedenkmünzen von 1917 und 1918, etwa die sächsische Reformationsjubiläums-Münze mit nur 100 geprägten Exemplaren, zählen zu den seltensten Ausgaben des gesamten Kaiserreichs.
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